Die katholischen Jugendverbände bekennen sich zum Datenschutz und kritisieren Facebook und WhatsApp. Gleichzeitig kritisieren wir den Prozess zum WhatsApp Verbot in der Erzdiözese. Der BDKJ formuliert klare Forderungen an Großkonzerne und die Erzdiözese macht sich aber auch selbst auf den Weg zu mehr Datenschutz.
Datenschutz und Whatsapp
07.04.2019 |
Als katholische Jugendverbände bekennen wir uns zum Datenschutz und kritisieren das Geschäftsmodell des Facebook-Konzerns und insbesondere des damit verbundenen Dienstes WhatsApp. Die Methoden der exzessiven Datensammlung finden wir empörend. Dennoch kritisieren wir das Bistum dafür, uns als BDKJ und unsere Mitgliedsverbände in den Prozess, der zum WhatsApp-Verbot im dienstlichen Gebrauch führte, nicht eingebunden und gemeinsam mit uns nach praktikablen Alternativen gesucht zu haben. (Amtsblatt Nr. 25 2018).
Denn:
- 98% der jungen Menschen, die Messengerdienste nutzen, nutzen WhatsApp. Bei einem Rückzug aus WhatsApp ohne einen alternativen kostenlosen Kommunikationskanal ziehen wir uns und zieht Kirche sich aus der Kommunikation mit jungen Menschen zurück.
- Am 26.11. ein Verbot mit Wirkung zum 1.12. zu kommunizieren ist definitiv zu kurzfristig. Zuerst ein Verbot auszusprechen und anschließend zu beginnen, eine Alternative zu kommunizieren, ist der falsche Weg.
- Sehr viele kirchliche Mitarbeitende nutzen aus nachvollziehbaren Sachzwängen heraus weiterhin WhatsApp. Hier macht es sich die Bistumsleitung zu leicht, wenn sie die Verantwortung einfach nach unten abschiebt.
Als junge Menschen brauchen wir Möglichkeiten, flexibel, pragmatisch und datenschutzkonform zu kommunizieren.
Daher:
- Fordern wir das Erzbistum auf uns einen klaren und verbindlichen Kriterienkatalog für die Zulässigkeit von Messengern im Rahmen des kirchlichen Datenschutzes zu nennen.
- Verwahren wir uns dagegen, dass das Bistum uns genau einen Messenger zur Benutzung vorschreibt.
- Fordern wir Facebook auf, WhatsApp so zu verändern, dass es auch strengsten Datenschutzrichtlinien genügt.
Wir machen uns auf Dinge zu verändern:
- Die DL erhält den Auftrag bis zur nächsten DV auf der Kriterienliste des Erzbistums basierend nach einem alternativen Messenger zu suchen der die Anforderungen unserer Zielgruppe erfüllt.
- Als BDKJ und Mitgliedsverbände einigen wir uns auf einen Messenger, den wir aktiv für unsere Arbeit empfehlen, um einen bewussten Umgang mit Messengerdiensten vorzuleben.
- Wir kommunizieren diese Entscheidung transparent und offensiv in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien.
- Die DL wird darüber hinaus beauftragt, den Bedarf an digitalen Tools und Plattformen für die Arbeit im BDKJ und den Mitgliedsverbänden zu erheben und nach datenschutzkonformen Lösungen zu suchen.
